copyright litigationdata licensingmusic airegulation24. Juni 2026

RIAA verklagt Suno und Udio auf 150.000 US-Dollar pro Song wegen Daten-Scraping

Sony, Universal und Warner Music Group fordern massive Schadensersatzansprüche für unlizenzierte Trainingsdaten aus urheberrechtlich geschützten Audio-Datensätzen.

Die Recording Industry Association of America (RIAA), die Branchenriesen Sony Music Entertainment, Universal Music Group und Warner Records vertritt, hat eine bahnbrechende Klage eingereicht, die pauschale Schadensersatzforderungen von bis zu 150.000 US-Dollar pro verletztem Werk fordert (https://www.reuters.com/legal/music-labels-sue-ai-startups-suno-udio-over-copyright-infringement-2024-06-24/) gegen die KI-Musik-Startups Suno und Udio. Die heute bei Bundesgerichten in Massachusetts und New York eingereichte Klage markiert eine kritische Eskalation im globalen Kampf um die Bewertung und den rechtlichen Schutz proprietärer Datenbestände, die zum Training generativer KI-Modelle verwendet werden.

Die hohen Kosten unlizenzierter Trainingsdaten

Die Klagen behaupten, dass Suno und Udio „massive“ Urheberrechtsverletzungen begangen haben, indem sie jahrzehntelange aufgenommene Musik durchforstet haben, um ihre generativen Modelle zu trainieren. Laut den Einreichungen hat Suno angeblich 662 urheberrechtlich geschützte Songs verletzt (https://www.theverge.com/2024/06/24/24184792/riaa-suno-udio-ai-music-copyright-lawsuit), während Udio beschuldigt wird, 1.670 Aufnahmen veruntreut zu haben (https://www.billboard.com/business/legal/suno-udio-sued-major-labels-copyright-infringement-1235716123/). Bei dem gesetzlichen Höchstsatz von 150.000 US-Dollar pro Werk könnten die offengelegten potenziellen Haftungen für diese Startups Hunderte von Millionen Dollar erreichen, was einen erheblichen finanziellen Druck auf den generativen Audio-Sektor ausübt.

Die Kläger argumentieren, dass diese KI-Unternehmen nicht nur neue Werkzeuge schaffen, sondern den „expressiven Wert“ menschlicher Künstler „stehlen“, um konkurrierende kommerzielle Produkte zu entwickeln. Dieser Fall trifft den Kern der „Fair Use“-Verteidigung, auf die sich derzeit viele KI-Entwickler berufen, die behaupten, dass das Training auf öffentlichen oder durchsuchten Daten transformativ und daher rechtlich ohne Lizenz zulässig sei.

Eine Verlagerung hin zu erzwungenen Lizenzierungen

Die Klage der RIAA kommt zu einer Zeit, in der sich der Markt für hochwertige Trainingsdaten von offenem Scraping hin zu strukturierten Lizenzierungen verlagert. Während Suno und Udio mit Klagen konfrontiert sind, entscheiden sich andere Akteure für den „Deal“-Weg. Zur Veranschaulichung hat OpenAI kürzlich eine mehrjährige Lizenzvereinbarung mit News Corp im geschätzten Wert von 250 Millionen US-Dollar (https://www.nytimes.com/2024/05/22/business/media/openai-news-corp-deal.html) abgeschlossen, um Zugang zu dessen riesigem Archiv journalistischer Inhalte zu erhalten. Diese Dichotomie verdeutlicht eine wachsende Kluft im KI-Ökosystem: diejenigen, die für Datenbestände bezahlen, und diejenigen, die existenzielle Rechtsstreitigkeiten riskieren, indem sie den Lizenzmarkt umgehen.

Darüber hinaus treibt die Nachfrage nach spezialisierten Daten massive Kapitalzuflüsse an. Formation Bio hat kürzlich eine Series D-Finanzierungsrunde in Höhe von 160 Millionen US-Dollar bekannt gegeben (https://www.bloomberg.com/news/articles/2024-06-26/openai-sanofi-back-formation-bio-s-160-million-funding-round), unterstützt von Sanofi und OpenAI, speziell zum Aufbau KI-gesteuerter Medikamentenentwicklungs-Pipelines – ein Schritt, der die Wertschätzung für hochintegre, vertikal-spezifische Datensätze unterstreicht.

Infrastruktur und Dateninteroperabilität

Die rechtlichen Risiken im Zusammenhang mit der Datenbeschaffung beeinflussen auch die M&A-Aktivitäten auf der Ebene der Dateninfrastruktur. Databricks hat kürzlich die Übernahme von Tabular für über 1 Milliarde US-Dollar abgeschlossen (https://www.bloomberg.com/news/articles/2024-06-04/databricks-to-buy-data-management-startup-tabular-for-over-1-billion), eine Transaktion, die darauf abzielt, Data Lakehouse-Formate zu vereinheitlichen und Unternehmen sauberere, konformere Daten-Pipelines für das KI-Training bereitzustellen. Da Regulierungsbehörden und Rechteinhaber das Netz enger ziehen, wird die Fähigkeit, die Herkunft von Trainingsdaten nachzuverfolgen und zu verifizieren, zu einem zentralen Wettbewerbsvorteil.

Auch in Europa nimmt der regulatorische Druck zu. Die Europäische Kommission hat Apple kürzlich wegen Verstößen gegen das Digital Markets Act (DMA) angeklagt (https://www.cnbc.com/2024/06/24/eu-charges-apple-with-breaching-digital-markets-act.html), wobei der Schwerpunkt auf der Kontrolle von Entwicklerdaten und dem Zugang zum Ökosystem durch den Tech-Giganten liegt. Diese regulatorische Überprüfung, kombiniert mit der aggressiven Klage der RIAA, deutet darauf hin, dass die Ära der „unregulierten Datenernte“ schnell zu Ende geht.

Warum das für Dateneigentümer wichtig ist

Für Eigentümer von hochwertigen Datensätzen – sei es in der Musik-, Journalismus- oder Gesundheitsbranche – ist die Klage der RIAA ein positives Signal. Sie bekräftigt das Prinzip, dass proprietäre Daten einen spezifischen, hochpreisigen Marktwert haben, der nicht unter dem Deckmantel des technologischen Fortschritts umgangen werden kann. Da Rechtspräzedenzfälle die Haftungsobergrenze von 150.000 US-Dollar pro Werk festlegen, wird die Untergrenze für Lizenzverhandlungen natürlich steigen. Dateneigentümer haben nun ein klares Mandat: Monetarisieren Sie Ihre Vermögenswerte durch strukturierte Partnerschaften oder bereiten Sie sich darauf vor, deren Wert vor Gericht zu verteidigen, wo die potenziellen Erträge aus Rechtsstreitigkeiten bald denen traditioneller Lizenzvereinbarungen Konkurrenz machen könnten.

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